Tourenbericht

Die Geschichte zu unserer Alpenüberquerung

Wir haben uns vorgenommen über die Alpen zu wandern.
Unser Weg: Von Oberstdorf nach Meran, auf einer Variante des E5.

Am Bahnhof in Oberstdorf angekommen, packt uns schon etwas die Aufregung. Wandern waren wir vorher oft, aber nicht mit voll bepackten Rucksäcken über 6 Tage hinweg. Im Bus Richtung Spielmannsau kommen nochmal alle möglichen Fragen auf. Wie weit ist die Tour nochmal? Wieviele Stunden müssen wir pro Tag laufen? Schaffen wir das?! Auch schon egal, los geht's...

Ausblick auf die Wanderroute zur Kemptner Hütte

Schneebedeckter Bergbach

Grüne, wolkenverhangene Landschaft auf dem Weg zur Kemptner Hütte

Los geht's zur Kemptner Hütte

Die erste Etappe von Spielmannsau zur Kemptner Hütte startet mit einem kurzen Aufstieg. Da es Ende Juni ist, sind nur wenige Gruppen unterwegs. Auf der Strecke merken wir schnell, dass zu dieser Zeit die Schneeschmelze noch voll im Gange ist. Die Landschaft ist noch nicht vollständig schneefrei. Teile des Weges werden von Schmelzwasser überflutet.

Auf der Kemptner Hütte angekommen legen wir unser Gepäck ab und genießen den gemütlichen Hüttenabend. Das Abenteuer hat begonnen, wir sind fest entschlossen in den nächsten 6 Tagen über die Alpen bis nach Italien zu wandern.

Grenzpunkt deutsch-österreichische Grenze

Kühe auf dem Weg zur Memminger Hütte

Pferde auf dem Weg zur Memminger Hütte

Über die deutsch-österreichische Grenze zur Memminger Hütte

In aller Früh klingelt unser Wecker. Etappe 2. Etwas müde steigen wir in unsere Wanderstiefel und laufen los. Gefühlsmäßig sind die Hälfte der Hüttengäste schon vor uns losgegangen, obwohl es erst 7 Uhr ist.

Nach kurzer Zeit überschreiten wir die deutsch-österreichische Grenze und steigen hinab nach Holzgau, über die beeindruckende Hängebrücke Holzgau.

Für einen unspektakulären Streckenabschnitt entlang einer Straße nehmen wir von dort aus einen Shuttle Service in Anspruch. "Wenn man oben in der Memminger Hütte ist, kann man gut erkennen wer den Shuttle genommen hat und wer gelaufen ist. Bei denen die gelaufen sind, ist das Gesicht am Abend immer etwas länger..." erzählt uns der ältere Herr, der uns bis zur Materialseilbahn der Memminger Hütte fährt.

Ab hier geht es steil bergauf, vorbei an schottischen Hochlandrindern, Pferden und Murmeltieren. Die Landschaft: wunderschön. In der Memminger Hütte angekommen, genießen wir unsere Käsespätzle und lehnen uns entspannt zurück. Ein toller Tag.

Wir haben uns lautstark überlegt ob es auf der Hütte evtl. Murmeltiergulasch gäbe. Das Murmeltier, das wir dabei beobachtet haben, scheint das wohl verstanden zu haben...;)

Blick auf Memminger Hütte auf dem Weg zur Seescharte

seescharte_zams

schicksalsberg_zams

Unterwegs auf alten Steinzeitpfaden

Der Morgen beginnt hektisch. Nachts hat ein Steinschlag die Wasserleitung zur Memminger Hütte beschädigt und die Wasserversorgung gekappt. Waschen? Fehlanzeige. Stimmung und Wetter? Eisig.

Wir machen uns auf den Weg nach Zams. Der Weg führt uns über die Seescharte, ein Felsentor das schon in der Steinzeit als Pass genutzt wurde. Auch hier liegt noch sehr viel Schnee. Weiter unten werden wir von sonnigem Wetter und einer blühenden Sommerlandschaft begrüßt.

Einige Stunden später spazieren wir gemütlich durch Zams und gönnen uns ein Eis, bevor wir die Seilbahn zur Hütte nehmen.

Kurz nach der Memminger Hütte geht es bereits hoch zur Seescharte. Im Juni lag auf diesem Stück noch Schnee.

Kurz nach der Memminger Hütte geht es hoch zur verschneiten Seescharte.

Ausblick auf die bevorstehende Gratwanderung

Tiroler Kuh blickt auf die idyllischen Tiroler Berge

Blick auf den Mittelberferner

Auf zur Braunschweiger Hütte

Am Morgen des vierten Tages kommen zum ersten Mal unsere kinesiologischen Tapes zum Einsatz. Muskeln und Gelenke machen sich nämlich langsam bemerkbar. Ob es überhaupt hilft? Werden wir sehen. 

Wir starten mit einer wunderschönen Gratwanderung und genießen die alpine Natur, die uns rechts und links zu Füßen liegt. Im Hintergrund präsentieren sich die Tiroler Berge von ihrer schönsten Seite. Wir lassen die malerische Landschaft hinter uns und steigen zur Braunschweiger Hütte auf. Dieses Stück ist das Anstrengendste der heutigen Etappe. Der Weg führt über Schotter und Geröll und will schier kein Ende nehmen. Die Muskeln brennen.

Am Ziel werden wir dafür mit einem grandiosen Blick auf den Mittelbergferner belohnt. Auf der 2579 m hoch gelegenen Braunschweiger Hütte gönnen wir uns zum Abschluss des Tages ein heißes Skiwasser. Heiß hatten wir Skiwasser vorher noch nie getrunken. Schmeckt super.

verschneiter Bergsee auf dem Weg zum Skigebiet Sölden

Tiefes Loch in dem ein Wanderer vor uns mit dem Bein eingesunken ist

Letztes malerisches Wegstück zur Martin Busch Hütte

Schlitten fahren und die längste Etappe der Tour

Tag 5. Die Beine fühlen sich gut an. Wir beschreiten bei strahlendem Sonnenschein eine sehr schöne Winterlandschaft. Ursprünglich wollten wir über das Pitztaler Jöchl. Der Hüttenwirt hat uns davon allerdings abgeraten. Der Weg sei aufgrund der Schneeverhältnisse nicht begehbar. Andere Gruppen probieren es trotzdem. Wir treffen sie später wieder. Sie mussten umkehren, da sie teilweise nur noch auf blanken Eisplatten gelaufen sind und es ihnen zu gefährlich wurde.

Oben angekommen stehen wir auf einmal im Skigebiet Sölden. Dass wir einmal zu einem Gletscher-Skigebiet hoch wandern werden, hätten wir vorher nicht geglaubt. Auf dem Weg nach Vent müssen wir über einige Schneefelder. Da es schon taut, sieht man, dass Leute vor uns öfter mit einem Bein in die Schneedecke eingebrochen sind. Obwohl wir versuchen die Stellen zu umgehen, passiert uns das ebenfalls. Auf einmal sackt man mit einem Bein ins Nichts ab. Vorgewarnt und den Wanderstöcken sei Dank konnte man das aber gut abfedern.

Über Vent steuern wir die Martin Busch Hütte an. Einige Gruppen beenden ihre Etappe in Vent, da die Knie nicht mehr mitmachen wollen. Andere wollen es sogar noch weiter bis zur Similaun Hütte schaffen. Für uns wird der Weg von Vent zur Martin Busch Hütte das konditionell anstrengendste Stück der ganzen Tour. Keiner unterhält sich mehr, jeder läuft einfach nur noch. Nach einer halben Ewigkeit kommen wir endlich an und feiern den letzten Abend unserer Tour.

Statt im Skigebiet Sölden die Piste hinab zu steigen, haben wir uns kurzer Hand für den bequemen Weg entschieden. Der Regenschutz des Rucksacks, auf dem wir gerutscht sind, schützt zwar vor der Nässe, jedoch nicht vor den kleinen Bodenwellen. Resultat: Blaue Flecken.

Familienfoto: ein Schaf mit seinen Lämmern

Blick auf den Stausee in Vernagt - fast am Ziel

Blick auf den Stausee in Vernagt - endlich angekommen

Endspurt nach Meran

Letzter Tag. Uns trennt noch eine kurze Etappe vom Stausee in Vernagt, der Ziellinie unserer Tour. Wir verlassen die Martin Busch Hütte nach einem letzten Hüttenfrühstück und wandern über die österreichisch-italienische Grenze zur Similaun Hütte, dem höchsten Punkt unserer Reise.

Wir überwinden einen letzten sportlichen Abstieg und spazieren bei bestem Sommerwetter über Südtiroler Kuhweiden zum Stausee in Vernagt.

Geschafft!

Das letzte Stück nach Meran legen wir mit der Bahn zurück. Klassisch mit Pizza feiern wir unser tolles Erlebnis und schmieden bereits wieder erste Pläne, wo es als nächstes hin gehen soll. 😉

 

 

Wir wandern auf alten Wegen über die Alpen

Nach 6 wunderbaren und abwechslungsreichen Tagen erreichen wir Meran. Unser Ziel haben wir aber zuvor schon erreicht, denn der Weg war das Ziel.

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